Selbstmotivation als Schlüssel zum Erfolg

Projekt Seit dem 1. April bietet das Jobcenter in Wittmund sein neues Konzept „Jazz“ an

Ostfriesenzeitung
Projektverantwortliche und Teilnehmer haben den Start erfolgreich absolviert. Sie tauschten sich jetzt zu den Chancen aus. Bild: Ullrich
Bild 1 von 1

Von Susanne Ullrich
Arbeiten statt Hartz IV zu beziehen lautet das Ziel. Erste Vermittlungen sind bereits gelungen. Die Quote liegt derzeit bei etwa 35 Prozent und soll weiter ausgebaut werden.

Wittmund – Das Jobcenter Wittmund beschreitet neue Wege. Ziel ist natürlich noch immer, die Menschen in Lohn und Brot zu bringen – doch um dieses Ziel zu erreichen, wird jetzt unter dem Projektnamen „Job-Aktiv-Zentrum-Zukunft“ (kurz „Jazz“) gemeinsam mit der Bietergemeinschaft aus IBB-Institut für Berufliche Bildung, der Vita-Akademie und der Volkshochschule Wittmund ein ganz neues Konzept ausprobiert.

Wie dies genau aussieht, erläuterten jetzt der Leiter des Jobcenters Hermann Garlichs, die „Jazz“-Coaches Meike Higgen und Dietmar Henk-Brown sowie Andreas Klesse, Stefanie Galonska, Johann Neumann und Cornelia Kleen-Ottersberg als weitere Projektbeteiligte gemeinsam mit den beiden Teilnehmern Maike Wichmann und Jan Mazurek. „Die Idee dahinter ist, den Spieß umzudrehen und einen Rollentausch vorzunehmen“, erklärt Garlichs. Normalerweise hätten die Maßnahmen des Jobcenters eher schulischen Charakter: Der Dozent spricht, die Teilnehmer hören zu.

Das verpflichtende Angebot richtet sich an Jobcenter-Kunden, die neu im Hartz-IV-Leistungsbezug sind. In zwei Gruppen à maximal 15 Teilnehmer wird viermal die Woche für jeweils drei Stunden auf Selbstmotivation, Gruppendynamik und Eigeninitiative gesetzt. Maximal acht Wochen verbringt jeder in der „Jazz“-Maßnahme. Dann hat er bestenfalls einen Job gefunden. Seit dem 1. April haben 43 Teilnehmer das Konzept durchlaufen. Die Vermittlungsquote liegt bei 35 Prozent. Garlichs: „Damit sind wir fürs Erste zufrieden – auch wenn es ausbaufähig ist.“

Wichtig sei, die Lebenssituation der Kunden aufzufangen, erläutert Coach Henk-Brown. „Wir sind näher an den Teilnehmern dran als in anderen Maßnahmen.“ Viele Gespräche werden geführt. „Wir konzentrieren uns auf das, was jeder einzelne mitbringt.“ Erfahrungen werden ausgetauscht, auch die negativen. „Man bekommt kein Ziel gesetzt, sondern man setzt es sich selbst“, erläutert Jan Mazurek, der seit zwei Wochen das Programm durchläuft und für sich bereits erste kleine Erfolge verbuchen kann. „Schlafende Energien werden geweckt.“

Für Maike Wichmann war die Teilnahme am Programm „Jazz“ ein totaler Erfolg. Sie steckte mitten in einer schwierigen privaten Situation, verrät sie. „Ich hatte tolle Unterstützung von den Coaches und auch von der Gruppe.“ Sie hat ihr Selbstvertrauen zurückgewonnen. Mittlerweile hat sie eine Fest anstellung gefunden und kann ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten.